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Geschichte in Buchbrunn e.V. - Artikelreihe

Geschichte in Buchbrunn e.V. - Artikelreihe im Gemeindeblatt „Aus der Geschichte“ Vor 25 Jahren: Die Ausgrabungen von 2001


(K)eine Überraschung: Baustopp am Klettenberg
Als im Jahr 2001 am östlichen Ortsrand von Buchbrunn das Baugebiet „Am Klettenberg„ an der heutigen Hans-Gernet-Straße erschlossen wurde, zeigten sich beim Abtragen des Oberbodens dunkle Verfärbungen im Löss. Sie verrieten Fachleuten auf einen Blick: Hier lag eine ausgedehnte Siedlung der Linearbandkeramik. Im Frühjahr 2001 wurde daraufhin umgehend ein Baustopp verhängt. Schon zuvor war Fachleuten bewusst, dass dieser Bereich kein gewöhnlicher Baugrund war. Seit den 1960er Jahren hatten einzelne Funde darauf hingewiesen, dass sich hier archäologische Hinterlassenschaften verbergen. Dennoch hatte man gehofft, dass sich eventuell nötig werdende Eingriffe in Grenzen halten würden, stattdessen trat nun das ganze Ausmaß zutage.

Ein archäologischer Glücksfall
Was zunächst wie ein unerwartetes Hindernis erschien, entpuppte sich schnell als archäologischer Glücksfall. Von Juni 2001 bis Mai 2002 wurde unter der Leitung der Archäologin Martina Poller eine Fläche von rund 2,5 Hektar systematisch untersucht. Insgesamt konnten etwa 25.000 Quadratmeter freigelegt werden – eine für Bayern außergewöhnlich große zusammenhängende Grabung einer bandkeramischen Siedlung. Fachlich begleitet wurde das Projekt unter anderem durch Michael Hoppe vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Spuren von rund 30 Langhäusern zeichneten sich im Boden ab – ein ganzes Dorf aus der Zeit zwischen etwa 5200 und 4900 v. Chr.