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“Aus der Geschichte”: Personenverkehr

Vor 100 Jahren: Die Blütezeit des Bahn Personenverkehrs in Buchbrunn
Im Jahr 1926 erlebte der Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim seine Blütezeit: 39.516 Fahrkarten wurden hier in diesem Jahr verkauft – werktags rund 130 Stück. Nie zuvor und nie danach nutzte ein so großer Teil der Menschen aus Buchbrunn die Eisenbahn.

Die Vorgeschichte
Bereits 1845 setzten sich Kitzinger Händler für die Strecke Nürnberg – Würzburg ein. Mit dem Eisenbahngesetz von 1861 wurde dann der Ausbau der bayerischen Staatseisenbahnen beschlossen und 1865 nahm die Strecke den Betrieb auf. Buchbrunn war nicht gleich an die Strecke angebunden – erst 1869 wurde mit Verweis auf den florierenden Weinhandel im Ort eine Haltestelle beantragt.

Die Haltestelle Buchbrunn-Mainstockheim
Am 2. Juni 1892 war es dann so weit: Die Haltestelle Buchbrunn-Mainstockheim wurde eröffnet. Zeitgenössische Berichte rühmten nicht nur die neue Verkehrsanbindung, sondern auch den ganz außergewöhnlichen „Fernblick„, der sich von der Station aus „über Main, Steigerwald und Haßberge„ bot. Etwas später wurde dann auch die Straße vom Dorf zur Haltestelle gebaut. Der Wandel brachte enorme Verbesserungen: Zuvor war das Reisen umständlich. Man ging zu Fuß, spannte Pferde an oder nutzte den Postomnibus, der nach Würzburg noch 2 Stunden und 40 Minuten benötigte. Mit der Bahn verkürzte sich die Fahrzeit 1892 auf etwa 40 Minuten. Heute sind es 17 Minuten.

Die Entwicklung bis heute
Nach dem Zweiten Weltkrieg besaßen immer mehr Menschen ein Auto. Die Bahn verlor an Bedeutung. Fahrkartenverkauf und Güterabfertigung in Buchbrunn wurden 1975 eingestellt, das Bahnhofsgebäude wurde wenig später abgebrochen. Und doch ist die Bahn wichtig geblieben: Durchschnittlich nutzen heute rund 200 Reisende täglich den Bahnhof Buchbrunn-Mainstockheim, im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist das weniger als vor hundert Jahren, aber immer noch beachtlich viel: Der Bahnverkehr bleibt weiterhin ein fester Bestandteil des Lebens vieler Buchbrunnerinnen und Buchbrunner, unverzichtbar für die täglichen Wege zu Arbeit und Freizeit.